Willkommen bei der Mediengeschichte des Kantons St.Gallen

Die vorliegende Arbeit basiert auf einer fast vollständigen Zählung aller je im Kanton erschienenen Medien. Solche Daten wurden erstmals in der Schweiz erstellt.

Den Anstoss, eine Arbeit zur Mediengeschichte des Kantons St.Gallen zu schreiben, war die Medienfusion von 1997. Damals gingen auf einen Schlag elf von noch verbliebenen 18 St.Galler Zeitungstiteln ein, verloren die Eigenständigkeit oder nahmen eine Kooperation entweder mit dem „St.Galler Tagblatt“ oder der „Südostschweiz“ auf.

Dynamische Medien – niemand schreibt Geschichte

Dies war der Zeitpunkt, sich mit der hiesigen Medienlandschaft eingehend zu beschäftigen. Denn das Erstaunliche ist: Obwohl den Medien zu Recht eine grosse Wirkung auf Politik und Gesellschaft nachgesagt wird, schreibt kaum jemand ihre Geschichte.

Letzte Arbeit war 1928 erschienen

Zuletzt hatte Oscar Fässler in den Jahren 1926 und 1928 die St.Galler Presse katalogisiert und beschrieben – ebenfalls im Auftrag des Historischen Vereins des Kantons St.Gallen. Ausserdem war 1956 die gesamte Schweizer Presse von einem Team bibliografiert worden. Seitdem aber ist nichts mehr Systematisches erschienen.

Jede Information gesichert

Grundlage der Mediengeschichte ist eine Datenbank. Hier wurden alle Titel, die jemals im Kanton St.Gallen gedruckt wurden, erfasst – mitsamt allen Informationen, die in den durchgearbeiteten Zeitungskatalogen aus verschiedenen Jahren auffindbar waren. Berücksichtigt wurden auch alle Gemeinde-Informationsblätter und -Internetseiten, Radio- und Fernsehstationen, die gesamte Fachpresse sowie die wichtigsten Medieninstitutionen.

Daten konnten gerechnet werden

Insgesamt wurden 1202 Medien gezählt und erfasst – dies dürften bis 95 Prozent aller tatsächlich jemals hier erschienenen oder gedruckten Titel sein. Sie konnten nach Gründungs- und Einstellungsjahrgang, Medientyp, politischem Standort und Inhalt gerechnet und ausgewertet werden. Auf solchen Auswertungen und ihrer Interpretation beruht die vorliegende Arbeit.

Die Zahlen erzählen viel über die Gesellschaft

Die Arbeit verfolgte einen quantitativen Ansatz. Trotzdem geht es auch um Qualität. Durch die Interpretation der blossen Zahlen kann ganz viel über die Gesellschaft, die in den letzten 200 Jahren im Kanton St.Gallen lebte, erzählt werden. Kein weiterer Kanton verfügt über ein solches Instrument. Noch nie konnte mit der gleichen Präzision und Verlässlichkeit gesagt werden, wie sich etwa die Mediendichte im Verlauf der Zeit entwickelte oder wie mächtig in den Medien die verschiedenen politischen Lager im Kanton zum Ausdruck kamen – um nur zwei Beispiele zu nennen.

Michael Walther, September 2004

Link zu den Listen der Mediengeschichte im PDF-Format
Zum Autor Michael Walther
Michael Walther, geboren 1964, lebt in Flawil, ist Journalist, Textcoach, Erwachsenenbildner, schreibt Porträts und Reportagen und führt den Geschichtenladen. Er ist Mitglied der Kommission Freelancer der Mediengewerkschaft Comedia sowie Vorstandsmitglied des Vereins Qualität im Journalismus. Er bildete sich 1993 bis 1995 am Medienausbildungszentrum Luzern (MAZ) als Journalist aus und arbeitet von 1993 bis 1996 als Redaktor der "Ostschweizer Arbeiterzeitung". Seit 1996 ist er freiberuflich tätig. Michael Walther unterrichtet an mehreren Journalistenschulen. Seit 2004 studiert er an der Open University Sozialwissenschaften. Im Frühjahr 2004 erschien von ihm im Orell-Füssli-Verlag das Buch "Getrennt, geschieden ... und Vater, 16 Männer sprechen sich aus". E-Mail des Autors: Michael Walther.
© 2004 - 2009 Michael Walther, letzte Änderung: 9. Januar 2009/FG